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Am 17.10.2005 war es soweit: Zum zehnten Mal traf eine Schülergruppe aus unserer Partnerschule in Liberec (Tschechien) am ATh ein. 15 Schülerinnen und Schüler und Herr Möller waren gespannt auf ihre Gäste, die sie bis jetzt nur aus Briefen, Emails und Fotos kannten. Die Schüler aus Liberec begleitet von ihrer Deutschlehrerin, Frau Modrow - entpuppten sich bald als sympathische und bunte Truppe. Gute Stimmung schon beim Bowling am ersten gemeinsamen Abend. Im Lauf der Woche ebenfalls auf dem Programm: ein gemeinsamer Theaterabend, Hafenrundfahrt, Yannicks Insider-Führung durchs Schanzenviertel, ein Tagesausflug nach Lübeck und ans Meer, schließlich ein deftiges Abschiedsessen im Joks. Schön wars!

Ein halbes Jahr später, am 27. März 2006, ging es nach Liberec. In Cottbus allerdings ging erst mal nichts mehr, worüber uns die Bahn allerdings nicht informiert hatte. Also: Schienenersatzverkehr durch die wilde Lausitz, zweistündiger Aufenthalt in Zittau mit Bekanntschaft des einheimischen Obernazis inklusive Hitlergruß und Heil-Hitler-Gebrüll auf dem ansonsten recht netten Marktplatz
Mit der letzten Bimmelbahn des Tages kamen wir dann schließlich doch noch in Liberec an, wo wir am nächsten Tag in der Schule begrüßt wurden. An den folgenden Tagen erkundeten wir das schöne Liberecer Rathaus, wo uns deutsche Inschriften auf den Fenstern daran erinnerten, dass unsere Partnerstadt einst Reichenberg hieß und vor dem Zweiten Weltkrieg eine der Hauptstädte des Sudetenlandes war. Ein kleines Abenteuer war der Besuch einer ehemaligen unterirdischen Fabrik, in der während des Krieges Zwangsarbeiter für die deutschen Machthaber Waffen herstellten. Hier wurden wir Zeugen der Spuren der deutschen Verbrechen jener Zeit. Die örtliche Bahnstation ähnelte der einer Geisterstadt im Wilden Westen, und wir waren überrascht, hier tatsächlich Züge halten zu sehen!

Mit dem Bus fuhren wir ins verschneite Riesengebirge und besuchten dort eine der für die Gegend typischen Glasbläsereien mit von uns neugierig begutachteten Glasbläsern, die sich schon mittags mit reichlich selbstgebrautem Bier für ihre anstrengende Arbeit stärkten! Wir bestaunten eine der größten Skischanzen und am Tag darauf eine der schönsten Städte der Welt allerdings konnte man Prag hinter dem ungeheuren Touristenstrom oft nur erahnen
Die Abende in Liberec fanden wohl nicht selten in einer berüchtigten Mäusebar statt, und der Höhepunkt des Abschiedsabends war, Till beim Verzehren seiner frittierten Froschschenkel zu beobachten
Abschiedsschmerz, Liebeskummer, und schon ging es wieder zurück nach Hamburg (Schienenersatzverkehr!), und dass der Austausch 2005/06 ein Erfolg war, darauf konnten sich alle einigen!
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