Albrecht-Thaer-Gymnasium
Das Schulprofil
Berufs- und Lebensorientierung
Berufsorientierung

Berufsorientierung am ATH

Ziele

   "Die Berufsorientierung hat die Aufgabe, Schülerinnen und Schülern frühzeitig Einblick in die Arbeitswelt zu ermöglichen und ihr Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge zu fördern."

   So beginnt der Abschnitt "Berufsorientierung" im Schulprogramm des ATH. Denn zu den Bildungszielen der Schule gehört es selbstverständlich, die Schüler/innen auf eine der wichtigsten Lebensentscheidungen vorzubereiten: auf die Weichenstellung zur beruflichen Zukunft, zum Studium oder zur Ausbildung.
   Damit ist eine Aufgabe beschrieben, die über das Verständnis von Berufsorientierung als reine Berufswahlhilfe und Bewerbungstraining hinausgeht: Berufsorientierung ist Lebensorientierung und steht in engem Zusammenhang mit ökonomischer Bildung.
   Sie umfasst für uns drei Schwerpunkte: einen individuellen, einen berufsvorbereitenden und einen wirtschaftlich-allgemeinbildenden. Alle drei verfolgen das Ziel, den Schülerinnen und Schüler einen gelungenen Übergang von der Schule in die Berufswelt zu ermöglichen und ihre Bereitschaft zu lebenslangem Lernen zu fördern. Am Ende ihrer Schulzeit sollen alle Schülerinnen und Schüler eine begründete Berufs- oder Studienwahlentscheidung treffen und eigenverantwortlich über ihren weiteren Weg entscheiden können.
   Neben der Vermittlung von Fach- und Methodenwissen bieten wir deshalb verschiedene Einblicke in die Berufs- und Arbeitswelt; zudem können sie unterschiedlichste Berufsfelder erkunden. Darüber hinaus haben Schülerinnen und Schüler mehrfach Gelegenheit, sich mit ihren Stärken und Fähigkeiten auseinanderzusetzen. Sie können ein Kompetenzprofil erstellen und dieses auch weiter entwickeln.
   Insbesondere Mädchen wollen wir ermutigen, auch technische Berufe in Betracht zu ziehen. Sie werden bei uns deshalb teilweise getrennt von den Jungen in den Naturwissenschaften unterrichtet und nehmen regelmäßig in den Klassen 6 und 7 am Girls’ Day teil.
   Unterstützt werden wir regelmäßig und institutionalisiert von einer Reihe außerschulischer Kooperationspartner, z.B. dem Institut der deutschen Wirtschaft (Schülerfirma), der Barmer Ersatzkasse (Bewerbungstraining und Assessment-Center), dem Institut für Talentforschung (Messe Chancen in Hamburg) und dem Geva-Institut (Berufseignungstest). Mit der TU-Harburg und der Siemens-AG verbinden uns darüber hinaus seit vielen Jahren feste Kooperationsverträge. Gemeinsam gestalten wir den Prozess der Lebens- und Berufsorientierung am ATH.

Konzept für das achtstufige Gymnasium

Die folgende Übersicht gibt einen Überblick über die einzelnen Bausteine der Berufsorientierung am ATH.

Jg. 6: Teilnahme am Girls’ & Boys’ Day (verbindlich) mit Auswertung
Jg. 7: Teilnahme am Girls’ & Boys’ Day (verbindlich) mit Auswertung

Wann? Was? Verantwortlich?
 
Jg. 8
1. Hj.
Infostunde zur Berufsorientierung am ATH und Einführung in die Arbeit mit dem Berufswahlpass Koordinatorin für Schülerberatung (SchüKo)
Elternabend zum Thema SchüKo, Klassenlehrer/in
Vorbereitung des Betriebspraktikums
(Richtlinien, Merkblätter usw.)
Klassenlehrer/in
Bewerbung: Anschreiben, Lebenslauf
(evt. auch externes Bewerbungstraining)
Deutschlehrer/in
Besuch einer Einführungsveranstaltung im BIZ
(möglichst mit Erkundungsauftrag: z. B. zum Praktikumsberuf oder Wunschberuf )
PGW-Lehrer/in, unterstützt durch SchüKo
Arbeit mit dem Berufswahlpass PGW-Unterricht, ggf. Klassenrat
Eintägiges Schnupperpraktikum / Shadowing (Jan.) SchüKo, Klassenlehrer/in;
Auswertung im PGW-Unterricht
2. Hj. Projekttag Berufsorientierung: "Zukunft als Chance"
(Persönlichkeitsprofil, Selbst- und Fremdbild, Interessen und Fähigkeiten)
SchüKo, PGW- oder Klassenlehrer/in
Erfahrungsaustausch Jg. 8 und Jg. 9 über das Praktikum des neunten Jahrgangs PGW- oder Klassenlehrer/in, SchüKo
ab Jg. 8 Berufsbasar alle 2 Jahre (Feb.) SchüKo / Mittelstufenkoordinator, ehemalige Schüler/innen, Eltern, Siemens ....
Jg. 9
1. Hj.
Arbeit mit dem Berufswahlpass PGW-Lehrer/in, Klassenrat
Durchführung des Betriebspraktikums
Vor- und Nachbereitung, Präsentation (auch schulöffentlich)
SchüKo / Mittelstufenkoordinator;
Inhaltl. Vor- und Nachbereitung durch den /die PGW-Lehrer/in; Betreuung durch den/die Klassenlehrer/in in Absprache mit den Fachlehrer/innen der Fächer PGW, Philosophie/Religion, Deutsch
2. Hj. Doppelstunde oder Projekttag zum Thema Berufsorientierung mit dem Berufsberater des Arbeitsamtes / PGW-Lehrer/in / alternativ: "Unternehmer im Klassenzimmer"
Doppelstunde oder Projekttag zum Thema "Das Bewerbungsverfahren" (Assessmentcenter usw.) durch eine/n Vertreter/in der Wirtschaft / PGW-Lehrer/in
Jg. 10
1. Hj.
Arbeit mit dem Berufswahlpass
(Überprüfung der Kompetenzanalyse und Ziele (Wohin will ich? Wie komme ich dahin? - Auf dem Weg zum Wunschberuf?! ... Studienfächer im Visier)
PGW- Lehrer/in, Klassenrat
* Möglichkeit zur Gründung einer Schülerfirma im Rahmen des WPU / Junior-Projekt des Institutes der dt. Wirtschaft Köln Herr Hoffman, SchüKo
* Teilnahme an einem Berufseignungstest (Geva- Test, Borakel, Berufenavigator ...) SchüKo
2-3 Berufsorientierungstage: Erkundung von Berufsfeldern (Nov.) SchüKo und Klassenlehrer/in mit den in Kl.10 unterrichtenden Lehrer/innen bzw. weiteren interessierten Lehrer/innen
* Dreitägiges Zielorientierungsseminar für interessierte Schüler/innen ZOS-Trainer/innen
2. Hj. * Besuch von berufsorientierenden Veranstaltungen des Arbeitsamtes für interessierte Schüler-Gruppen PGW-Lehrer/in, Klassenlehrer/in
Jg. 11/S1 Uni-Tage (Nov.): Schnupperstudium an der Uni und den Fachhochschulen (auf besonderen Antrag auch für S3) Information über die Veranstaltungen: SchüKo und Tutor/in, (Schüler/innen gehen selbständig zu den Veranstaltungen); Auswertung mit Tutor/in
Jg. 11/S1 Sozialpraktikum im Profil „Demokratie und Verantwortung“ (Jan/Feb.) Oberstufenkoordinator/SchüKo, Tutor/innen
Jg. 11/S2 Berufsinformationsmesse "Chancen in Hamburg" (meist Juni) Vorbereitung durch gemeinsame Veranstaltung des IfT;
* Messebesuch
Informationsveranstaltung verpflichtend: IfT, SchüKo
Auswertung des Messebesuches durch bzw. mit Tutor/innen
Jg. 12/S3 Informationsveranstaltung der Arbeitsagentur: Wege nach dem Abitur Berufsberater der Arbeitsagentur, SchüKo
 
  * fakultativ Stand 14.09.2007

Wie wird dieses Konzept nun umgesetzt?

   Bereits in der 6. Klasse haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit am jährlich stattfindenden Girls’ Day teilzunehmen, der seit einigen Jahren auch zu einem Boys’ Day geworden ist. An diesem Tag laden Unternehmen, Betriebe und Forschungseinrichtungen Mädchen dazu ein, praktische Erfahrungen in verschiedenen naturwissenschaftlichen oder technischen Bereichen zu machen; soziale Einrichtungen öffnen ihre Türe für Jungen, damit sie soziale Berufe kennen lernen können.

   Da der Nutzen des Girls’ & Boys’ Day nachhaltiger ist, wenn es sich nicht um ein einmaliges Event handelt, sondern durch eine Wiederholung auch die Möglichkeit zu einem Vergleich gegeben wird, nehmen auch die Schülerinnen und Schüler der 7. Klasse an diesem Projekttag teil. In beiden Jahrgängen werden die an diesem Tag gemachten Erfahrungen im Unterricht reflektiert und ausgewertet.

   Aber auch der PC-Führerschein in den Jahrgängen 5 – 7, der Mikroskopierführerschein in Klasse 7, die Arbeit mit dem Sprachenportfolio, das Methodenlernen und die jährlichen Sozialpraktikumstage sind Bausteine der Berufs- und Lebensorientierung.

   In Klasse 8 erfolgt dann der Startschuss in der Berufsorientierung: Jede Schülerin und jeder Schüler erhält einen so genannten Berufswahlpass. Hierbei handelt es sich um einen dreiteiligen Ordner, der neben Informationen zur Berufsorientierung auch Materialien zur Erstellung des eigenen Kompetenzprofils enthält. Außerdem werden in ihm Bewerbungsunterlagen, Bescheinigungen und Formulare gesammelt sowie Erfahrungsberichte zum Berufswahlprozess abgeheftet. Dieser Berufswahlpass soll die Schülerinnen und Schüler bis zu ihrem Schulabgang begleiten. Er stellt aber auch darüber hinaus eine wertvolle Hilfe für die Bewerbung bei der Praktikumsplatz- und Jobsuche dar.
   Im Deutschunterricht lernen die Schüler/innen eine vollständige und gelungene Bewerbung zu erstellen. Die Schüler/innen müssen sich bereits jetzt um einen Praktikumsplatz für Klasse 9 bemühen, besonders wenn es sich um einen der begehrten Plätze handelt. Die inhaltliche Vorbereitung des Betriebspraktikums (Fragen wie: Was interessiert mich? Was kann ich gut? Wie finde ich den passenden Betrieb?) erfolgt im PGW-Unterricht; die Fächer Philosophie oder Religion unterstützen diesen Reflexionsprozess.
   Außerdem findet in Klasse 8 ein Projekttag zum Thema "Wer bin ich, was kann und will ich? – Zukunft als Chance" sowie ein Besuch im Berufsinformationszentrum der Agentur für Arbeit (BIZ) statt.
   Einen ersten Eindruck vom Arbeitsalltag können die Schülerinnen und Schüler dann in einem eintägigen Schnupperpraktikum gewinnen. Bei diesem „Shadowing“ sollen sie – gleichsam als Schatten – einen Erwachsenen einen Tag lang bei seiner Arbeit begleiten; im PGWUnterricht werden die gesammelten Erfahrungen ausgewertet.
   Die Eltern der Achtklässler werden auf einem Elternabend, zu dem die Koordinatorin für Schülerberatung einlädt, über das Konzept zur Berufsorientierung informiert.
   Darüber hinaus werden unsere Schülerinnen und Schüler ab Klasse 8 alle zwei Jahre eingeladen, an einem Berufsbasar teilzunehmen. Es handelt sich hierbei um eine Veranstaltung, auf der Eltern und Ehemalige, aber auch externe Experten kleinen Schülergruppen (3-5 Personen) ihre Berufe vorstellen und Fragen beantworten. Dazu gehören auch Informationen über diverse Berufs- und Ausbildungsmöglichkeiten, Auslandsaufenthalte, über das freiwillige soziale oder ökologische Jahr und den Ersatzdienst.

   Im Mittelpunkt der Klasse 9 steht das dreiwöchige Betriebspraktikum, dessen Ergebnisse öffentlich präsentiert und den Schülerinnen und Schülern der achten Klasse vorgestellt werden. Ergänzt wird dieses durch die erneute Arbeit mit dem Berufswahlpass sowie durch ein externes Bewerbungstraining, in dem Fragen beantwortet werden wie:
 • Was erwartet mich in einem Bewerbungsgespräch?
 • Wie stelle ich mich dar und wie wirke ich auf andere?
 • Wie verläuft ein Assessmentcenter und worauf kommt es dabei an?
 • Welche Einstellungstests sind üblich?

   In Klasse 10 können interessierte Schülerinnen und Schüler im Rahmen eines Wahlpflichtkurses eine echte Firma gründen: Als junge Unternehmer initiieren, organisieren und realisieren sie ihre Firmenideen mit Unterstützung des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln (junior). Im letzten Jahr haben viele Lehrer und Lehrerinnen, Eltern und Mitschüler Anteilsscheine erworben und damit das Grundkapital für die Firmen "get safer" und "Druckeberger" geschaffen. 2007 gehen die Zehntklässer mit der Idee einer Vermittlungsagentur für Dienstleistungen aller Art und ihrer Firma „VfJ – Vermittlung für Jedermann“ an den Start.
   Im zehnten Jahrgang finden dann im November die Berufsorientierungstage statt, zeitgleich mit den Tagen der offenen Tür an den Hochschulen und der Universität. Die Schülerinnen und Schüler ordnen sich ihren bevorzugten Berufsfeldern zu:
 • Medien, Zeitung, Design, Gestaltung, Sprachen, Kunst ...
 • kaufmännische Berufe, Betriebswirt, Banken ...
 • Technik, Ingenieur, Informatik, Physik ...
 • Biologie, Umweltschutz, Chemie, Medizin ...
 • Recht, Verwaltung, öffentlicher Dienst
 • Soziales, Lehrer, Erzieher, Psychologie ...
 • In Gruppen von ca. 15 Personen und begleitet von einer Lehrkraft gehen sie in Betriebe und Wirtschaftsunternehmen, um sich vor Ort über Berufsbilder, die Ausbildungssituation und Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren und sich den Betrieb anzusehen.
   Im November 2007 besuchten die Schülerinnen und Schüler die folgenden Unternehmen: Airbus, Architektenkammer Hamburg, Bauer- Verlag, Behörde für Soziales, Familie und Gesundheit, Dresdner Bank, Elbewerkstätten Hamburg, Grone: Berufsfachschule für Ergotherapie und Physioterapie, Hamburger Sparkasse, Haus der Jugend St.Georg, Informatikum, Institut für Hygiene und Umwelt, Institut für Tropenmedizin, JAK: Akademie für Mode und Design, Philips, Psychiatrie, Siemens. An beiden Tagen fand zudem in den Räumen der Schule ein Assessment-Center der Barmer-Krankenkasse statt.
   Den Einstieg in die Berufsorientierungstage bildet der GEVABerufseignungstest. Es handelt sich um einen knapp vierstündigen, computerausgewerteten Test des GEVA-Instituts, der vielfältige Fähigkeiten abfragt (z.B. auf sprachlichem oder mathematischem Gebiet oder zum räumlichen Vorstellungsvermögen), aber auch Fertigkeiten wie Konzentrationsfähigkeit sowie Interessen und Neigungen erfasst. Das Ergebnis wird den Schüler/innen persönlich mitgeteilt, zusammen mit ausführlichen Vorschlägen für die berufliche Tätigkeit in der Zukunft.
   Interessierten Schülerinnen und Schülern, die unabhängig davon oder darüber hinaus eigene Zukunftsvorstellungen entwickeln möchten, stehen im „Zielsorientierungsseminar“ (ZOS) noch einmal 3 Tage zur Verfügung: Außerhalb der Schule und ohne 45-Minuten-Rhythmus gehen sie den Fragen nach, wie: Was kann ich gut? Was sind meine Ziele? In welchen beruflichen Feldern kann ich beides verwirklichen? Wie komme ich dahin, wohin ich will?

   Im ersten Semester der Oberstufe bekommen die Schülerinnen und Schüler zwei Tage frei, um sich während der Tage der offenen Tür an der Universität und an den anderen Hochschulen über das Studium informieren zu können. Damit unsere Schülerinnen und Schüler verschiedene Ausbildungsgänge, Firmen und ein reales Bewerbergespräch kennen lernen können, beteiligen wir uns an der Berufsinformationsmesse "Chancen in Hamburg".

   Im dritten Semester können interessierte Schülerinnen und Schüler erneut am Schnupperstudium der Hochschulen teilnehmen, wenn sie dieses zuvor beim Tutor beantragt haben. Für Unentschlossene bieten wir außerdem eine Informationsveranstaltung „Wege nach dem Abitur“ an.

   Am Ende ihrer Schulzeit sind unsere Abiturienten hoffentlich gut vorbereitet auf die nächste Etappe ihres Studien- oder Berufslebens und sehen ein wenig klarer, welche Möglichkeiten sich ihnen bieten.

Unser Konzept als Download: .pdf

Koordination:   A. Warlier   e-Post  
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